Das WISS-Netz wird 10 Jahre alt!
Was mit einer scheinbar einfachen Frage begann – sind Wearables nur ein kurzfristiger Hype für den Amateursport oder steckt darin echter, nachhaltiger Mehrwert für den deutschen Spitzensport? – ist heute ein gewachsenes Innovationsnetzwerk mit eigener Plattform, Netzwerktreffen und geförderten Innovationsprojekten.
Zeit also, kurz einmal zurückzublicken, um dann den Blick nach vorn zu richten.
Rückblick
„Wearable Technologies: Tools or Toys für den Leistungssport?“ war die Leitfrage eines Workshops im Rahmen des BISp-Symposiums 2015, den das Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) gemeinsam mit der Innovationsmanufaktur rund um Prof. Dr. Eckehard „Fozzy“ Moritz führte. Aus der lebhaften Diskussion gingen drei zentrale Erkenntnisse hervor:
- Aufgrund immer kürzeren Entwicklungszyklen wird es für die Sportpraxis zunehmend komplexer, den Überblick über verfügbare Technologien zu behalten.
- Die Industrie arbeitet zwar hochinnovativ, kennt aber häufig die spezifischen Anforderungen des Spitzensports nicht ausreichend und kann sie daher nur begrenzt adressieren.
- Es fehlt eine verbindende Plattform, die beide Welten und die Menschen nach dem Open-Innovation-Ansatz strukturiert zusammenführt.

WISS Gründungstreffen 2015. Quelle: BISp
So entstand die Idee ein Innovationsnetzwerk zu gründen:
WISS –Wearables im Spitzensport, einschließlich der zugehörigen Plattform WISS-Netz.de.
Als Gründungspartner eng verzahnt, übernahm die Innovationsmanufaktur die Konzeption und Durchführung der Netzwerktreffen sowie die Anbahnung explorativer Innovationsvorhaben. Im BISp entwickelten die Fachgebiete Innovationsmanagement und Sporttechnologie parallel die digitale Plattform. Beide Seiten teilten sich die Netzwerkmoderation und stellen sicher, dass das Netzwerk kontinuierlich Impulse von außen erhält, strukturiert wächst und neue Partner integriert.
Mit dem Livegang der Plattform im Jahr 2016 (–> Beitrag) wurde der Austausch zwischen Sportpraxis, Wissenschaft und Technologieentwicklung erstmals erleichtert. Das Netzwerk wuchs – und mit ihm der Blick über den Tellerrand. Bereits 2017 wurde aus
WISS – Wearables im Spitzensport
WISS – WIR | Innovation im Spitzensport.
Ein bewusstes Signal: Offen für Innovationen aller Art.
2018 folgte ein weiterer Meilenstein mit der Einführung der Innovationsprojekte der Spitzenverbände des BISp. Das neue Projektformat ermöglicht es, innovative Produkte, Methoden und Dienstleistungen zu entwickeln oder gezielt auf ihre Machbarkeit zu prüfen. So entstehen konkrete Impulse direkt in den Sportarten (–> Beitrag). Gleichzeitig erhielten die Wissenschaftskoordinatorinnen und -koordinatoren der Spitzenverbände ein eigenes Gastnetzwerk auf WISS-Netz.de. 2019 kamen weitere Gastnetzwerke hinzu, unter anderem für Sportdirektorinnen und -direktoren sowie Trainingswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Olympiastützpunkte.
Für (noch mehr) persönlichen Austausch sorgen von Anfang an die Netzwerktreffen – bewusst an außergewöhnlichen Orten. Von wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Fraunhofer IIS (–> Beitrag) oder dem DITF Denkendorf, über herausragende sportpraktische Standorte wie das Bundesleistungszentrum Kienbaum (heute: Olympisches und Paralympisches Trainingszentrum für Deutschland) (–> Beitrag), bis hin zu Orten wie der Gamescom (–> Beitrag) oder Toyota Motorsport am Nürburgring. Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern Methode und Ausdruck des Selbstverständnisses: Offenheit, Interdisziplinarität und praxisnahe Inspiration.
Besonders hervorzuheben ist, dass viele der bei Netzwerktreffen geschmiedeten Ideen später in Förderanträgen an das BISp insbesondere in Innovationsprojekten wieder auftauchten und somit viele Vorhaben wirklich realisiert wurden. Über die Jahre ist so eine kooperative Kultur des Miteinanders und ein innovationsfreundliches Umfeld entstanden, ohne das viele kreative Vorstöße und Projektideen nicht denkbar gewesen wären.
Umblick
In den letzten Jahren hat sich die TechWerkstatt Leistungssport etabliert, die auch dieses Jahr im März wieder in Münster stattfinden konnte (–> Beitrag). Die Premierenveranstaltung brachte zwei Tage lang schon über 120 Teilnehmende aus Sportwissenschaft, Industrie und Sportpraxis zusammen, um neue innovative Technologien kennenzulernen und sich über deren Anwendungsmöglichkeiten auszutauschen. Die Tech-Werkstatt steht sinnbildlich für das gewachsene Netzwerk des WISS, die Vielfalt engagierter Akteure und die offene Innovationscommunity.

Tech-Werkstatt Leistungssport 2023. Quelle: BISp
Ausblick
Das zehnjährige Jubiläum markiert einen wichtigen Abschnitt in der bisherigen Entwicklung des WISS-Netzes. Daher wird das Netzwerk im kommenden Jahr 2026 in das Wissensmanagementnetzwerk des WVL sowie die zugehörige Plattform integriert. Ein technisches und organisatorisches Upgrade – und gleichzeitig der nächste logische Schritt.
Die letzten zehn Jahre haben gezeigt: Kooperationskultur, interdisziplinärer Austausch, das Sichtbarmachen von Wissen und Wissenslücken sind der Nährboden für Innovation. Wir freuen uns über diese Entwicklung und sind gespannt, was die Zukunft bringt.
Danke
Zum Schluss sagen wir: Herzlichen Dank an das ganze WISS-Netz für…
… den Austausch – digital wie analog.
… die Teilnahme an Netzwerktreffen und Workshops.
… Eure Ideen, Eure Kreativität und Eure Motivation, den Sport mit Innovationen besser zu machen.
Ein besonderer Dank geht an Fozzy: Dein Elan, Dein Enthusiasmus, Deine visionären Ideen und Deine einzigartige Weise, Menschen unterschiedlichster Art miteinander zu verbinden, haben das WISS-Netz über ein Jahrzehnt hinweg maßgeblich geprägt und mitgestaltet weit über einzelne Projekte hinaus. Ohne Dich wäre das nicht möglich gewesen! Vielen Dank!



Was für ein liebenswerter Kommentar. DANKE. Und: Fozzy gibt´s ja noch, und - Plattform hin, Plattform her - Kooperationskultur und interdisziplinärer Austausch machen auch in Zukunft sehr viel Sinn. Ich freue mich über alle Möglichkeiten, im begeisternden Umfeld des Spitzensports hier weiter wirken zu können.